Mittwoch, 3. Februar 2016

Beim Lesen von "Für gut ..."

von Arthurs Tochter (bei Anke Gröner und Frau Kaltmamsell findet man dazu weitere Gedanken und Begebenheiten) fielen mir auch einige Beispiele ein

Das Wohnzimmer im Haus einer Freundin wurde nur zu Weihnachten benutzt. Den Rest des Jahres waren dort die Rollläden runtergelassen und Plastikfolien über Sofa und Sessel gelegt. Dabei war dies das schönste und hellste Zimmer im ganzen Haus, es lag auf der Sonnenseite zum Garten raus. Die Familie hielt sich immer in der kleinen Wohnküche auf.

Die Tante meines Vater hatte lange auf eine neue Küche gespart, eine Einbauküche. Als sie sie dann endlich hatte, wurde die alte Küche in den Keller gestellt und es wurde dort gekocht. Man wollte die neue Küche ja schliesslich schonen. 

Im Haus der Schwiegermutter eines Bekannten war ich einmal, um etwas abzuholen. Die Dame zeigte mir voller Stolz zwei (!) völlig ungenutzte Wohnzimmer, die sie nach ihrem Geschmack dekoriert hatte, aber nie benutzt wurden. Die Familie hatte noch ein weiteres Wohnzimmer mit abgenutzten Möbeln, indem sie sich aufhielt.

Meine Oma hatte immer ein neues Nachthemd im Schrank, gewaschen und gebügelt. Sie musste ja vorbereitet sein, sollte sie mal unverhofft ins Krankenhaus kommen. Dieses Nachthemd lag jahrelang im Schrank, ab und zu gewaschen und gebügelt, und wurde erst getragen als es nicht mehr modern war. Im Schrank fand dann ein neues Nachthemd seinen Platz.

Geschirr, Gläser, Besteck, Tischdecken oder Bettwäsche hatte wohl jede meiner Tanten im Schrank "Für gut".

Ich benutzte meine Sachen, einige oft, andere seltener. Der Sekt aus meinen beiden Sektgläsern, das Stück damals für 5000 Escudos im Fabrikverkauf , schmeckt lecker. Allerdings kommen diese Gläser nicht in die Spülmaschine, sondern werden von Hand abgewaschen.

Dienstag, 2. Februar 2016

Lichtmess und Woche 4

Heute ist Lichtmess.

„Mariä Lichtmess,
spinne vergess‘,
bei Dag ze Nacht gess’.“

Früher gingen die Leute aus dem Dorf am Abend des 2. Februar in die Kirche und holten sich den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten. Meine Oma hat mich immer mitgenommen, als ich noch klein war. Ich kann mich aber nicht erinnern, ob's geholfen hat. 

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Am letzten Mittwoch begann das Filmfestival KINO



Im Cinema São Jorge werden bis morgen Filme aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz gezeigt. In der Cinemateca läuft noch bis Donnerstag die Retrospektive mit Filmen von Rosa von Praunheim.
Gesehen habe ich bisher den Eröffnungsfilm Die Lügen der Sieger von Christoph Hochäusler. Ich fand ihn nicht schlecht, unnötige Parallelhandlungen, wie die Spielsucht des Journalisten etc. hätte man aber weglassen können. Johannes dagegen hat der Film überhaupt nicht gefallen.

The Cut von Fatih Akin lief Freitag abend sehr spät im kleinen Saal des Kinos. Das Thema ist interessant, der Hauptdarsteller Tahar Rahim kann den Zuschauer aber nicht in seinen Bann ziehen in seiner Rolle als Nazaret Manoogian

Sonntag war ich gleich zwei Mal im Kino. Zuerst schaute ich mir Eltern von Robert Thalheim an. Der Film ist recht unterhaltsam.
Später am abend sah ich aus der Reihe Neue Perspektiven die beiden Filme Ein idelater Ort von Anatol Schuster und Bube Stur von Moritz Krämer. Es war eine Doppelsession und ich bin eigentlich nur wegen Ein idelater Ort hingegangen, einfach weil mir die Fotos so gut gefallen haben. Beide Filme sind aber schon sehenswert.
Morgen läuft der Abschlussfilm Superwelt. Mal schauen, ob ich dafür Karten bekommen kann.

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Meg Stuart war am Wochenende im Theater Maria Matos zu Gast mit ihrem Stück Hunter. Im ausverkauften Theater war mal wieder die sehr unbequeme "Bancada" aufgebaut. Das Stück ist aber sehr sehenswert.




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Samstag vormittags trafen wir uns mit Freunden am Martin Moniz. Hier wurde das neue chinesische Jahr, das Jahr des Affen, gefeiert. Leider wurde viel zu viel geredet, bevor es mit dem eigentlichen Spektakel losging. 





Da wir Hunger hatten und es dort nichts zu essen gab, machten wir uns auf Richtung Mouraria. 

Mouraria


Mouraria

Am Intendente war auch alles geschmückt

Hier waren alle Restaurants voll, so dass wir am Schluss in der Marisqueira do Lis auf der Avenida Almirante Reis landeten.

Am späten Nachmittag waren wir zu einem kurzen Konzert auf der Feira Morta in Parede, sehr alternativ diese Veranstaltung. Wenn nicht Freunde von uns dort gespielt hätten, hätte ich davon gar nichts gewusst.




Abends gings zu einem Geburtstagsessen mit vielen Leuten zur Bio-Pizza. Das war lustig und unterhaltsam. Die Pizza war auch nicht schlecht. Danach machte ich mich zu Fuss auf den Heimweg, ein bisschen Bewegung nach dem ganzen Essen tat gut. 

Warten auf die Pizza

Montag, 25. Januar 2016

Woche 3 - recht ruhig

Diese Woche war nicht viel los, man muss ja auch mal ausruhen.
Zweimal war ich im Sportstudio, gesungen wurde auch und ins Kino gings, um The Revenant anzusehen. Der Film ist nicht schlecht, aber man fühlt nicht im geringsten mit der Hauptfigur Hugh Glass, gespielt von Leonardo di Caprio. Er wird von einem Bären angegriffen, notdürftig wieder zusammengenäht, zum Sterben zurückgelassen und macht sich mit all seinen schrecklichen Wunden auf den Weg zurück zum Camp, aber das alles schaut man sich unbeteiligt an. John Fitzgerald, gespielt von Tom Hardy, der böse Kumpel, der ihn einfach in der Wildnis zurücklässt, gefällt einem viel besser. Diese Kritik (auf portugiesisch) gefällt mir gut, allerdings würde ich dem Film nicht  nur 2 Sterne geben, sondern 3.

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Seit langem waren wir mal wieder essen im A parte. Das Restaurant scheint nach wie vor sehr gefragt zu sein, wir bekamen einen der letzten freien Tische. Die Risottos sind dort weiterhin sehr lecker und etwas Platz für den Nachtisch sollte man auch lassen.

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Am Sonntag wurde der Präsident gewählt und Johannes durfte zum ersten Mal wählen, besonders spannend fand er das allerdings nicht. Kandidaten gabs viele, der Gewinner stand aber eigentlich schon vorher fest. Viele hätten sich allerdings einen zweiten Wahlgang gewünscht, zu dem es aber nicht kommen wird, da Marcelo Rebelo de Sousa die Wahl mit 52% gleich im ersten Durchgang für sich entschieden hat.

Montag, 18. Januar 2016

Woche 2 - Theater, Konzert und Farbe wechseln

Die New York City Players waren mit zwei Stücken von Richard Maxwell zu einem Gastspiel in Lissabon und zeigten im Culturgest The Evening und Isolde.
Portugiesisches Theater ist nicht so mein Ding, aber die Gastspiele, die es inzwischen bis nach Lissabon schaffen, schaue ich mir sehr gerne an. Es waren zwei sehr interessante Abende.

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Im Theater Maria Matos gab Hans-Joachim Roedelius am Samstag ein Konzert, Roedelius e Convidados. Die Convidados waren André Gonçalves, Rui Dias, José Alberto Gomes und Maria Mónica. Mir hat das Konzert sehr gut gefallen. Roedelius war beim Semibreve-Festival in Braga letzten Herbst mit diesem Programm dabei, nun also in Lissabon. Dass er mit 81 Jahren noch auf Konzertreisen geht, finde ich sehr toll.

Auf der Seite des Theaters findet man den folgenden Text:

"Founder of the mythical Cluster or Harmonia, Roedelius is one of the central figures of German music of the seventies. He built an unstoppable career with over a hundred albums in over 40 years, either as a solo artist or with a vast network of collaborations, seemingly not wanting to slow down his pace and his natural curiosity. Following a commission by the last edition of the Semibreve Festival, Roedelius welcomes on stage three Portuguese musicians to together create an amazing world of obviously roedelian axis but with new subjects and unexpected dialogues."

Vor dem Konzert trafen wir uns mit Freunden zum Abendessen im Dom Feijão, ein portugiesisches Restaurant, das ich wirklich empfehlen kann.

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Die Firma, in der ich arbeite, hat nicht nur die Farbe, sondern auch den Namen gewechselt. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.




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Sonntags kamen Freunde vorbei und animierten uns trotz des schlechten Wetters das Haus zu verlassen. Der Hunger trieb uns dann schliesslich in die Cevicheria. Die Zeit war gut gewählt, es war noch keine sechs Uhr, so bekamen wir problemlos einen Platz. Ab acht geht dort nämlich ohne Warten gar nix mehr. Es schmeckte wie immer hervorragend.
Den Nachtisch nahmen wir dann aber woanders ein. Wir spazierten bis zum Kaffeehaus.

Schokolade - Nähe Largo Trindade Coelho

Im Geschäft daneben gab es diese Auslage

Wir kamen rechtzeitig im Kaffeehaus an, assen leckeren Kuchen und tranken Tee, bevor der Laden zu machte und wir wieder nach Hause fuhren.

Dienstag, 12. Januar 2016

12 von 12 - Januar 2016

Heute ist der 12. Januar. Das habe ich aber erst gemerkt, als ich bei Caro vorbeibekommen bin. Also fotografiere ich doch auch mal, was ich heute so mache.

Der Wecker klingelt um 7.20h.  Aufstehen und ins Bad, dann Frühstück. Es gibt ein Stück Bolo Rei und eine Tasse Kaffee.



Mit dem Auto zur Arbeit. Hier erst mal einen Tee gekocht.



Danach meine e-mails gecheckt. 
Ich hab noch Resturlaub vom letzten Jahr, den muss ich bald mal eintragen, also im Kalender geschaut und mal vorgeplant.



Ich mach gerade einen Online-Kurs, heute geht es mit der dritten Woche weiter.



Gegen 12.30h rufen die Kollegen zum Mittagessen. Das sah nicht so interessant aus, als dass sich ein Foto rentiert hätte. Nach 40 Minuten wieder zurück am Arbeitsplatz.

Kurz im internet lesen und Musik von David Bowie hören.



Nachdem ich heute morgen einen Rooibos-Tee probierte, mache ich mir jetzt einen Choco Chili aus der Christmas Collection.



Bis kurz nach Fünf wird weitergearbeitet, dann gehts nach Hause.


Die Sonne scheint noch und wenn man genau schaut kann man auf dem folgenden Foto sogar das Meer sehen.



Zu Hause angekommen tausche ich meine Handtasche gegen die Sporttasche und mache mich gleich wieder auf zum Sportstudio. An diesem Haus komme ich vorbei.




Fahrrad, Geräte, Bauch etc. und danach Sauna.
Wieder zu Hause habe ich Hunger. Johannes hat Lust auf Pizza, also bestellen wir, das haben wir schon seit Jahren nicht mehr gemacht.



Danach mache ich mich ans Bohnenschnippeln und bereite für morgen eine Suppe vor.


Die Waschmaschine starte ich auch noch. Inzwischen ist sie fertig und die Wäsche aufgehängt.


Inzwischen ist es hier fast Mitternacht und ich werde wohl bald ins Bett gehen. 

Montag, 11. Januar 2016

2016 - Woche 1

Neben dem schon erwähnten Film Heart of a Dog von Laurie Anderson, habe ich diese Woche gleich zwei weitere Filme gesehen.

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Freikarten hatte ich für Foxfire von Laurent Cante nach dem Buch von Joyce Carol Oates. Ich hatte den Eindruck, dass Cante alles verfilmte, was im Buch beschrieben ist. So sind manche Szenen einfach unnötig und für den Verlauf der Handlung nicht weiter wichtig, andere werden zu kurz angerissen.
Vor dem Film assen wir in dem uns bisher nicht bekannten Restaurant Bella Ciao. Mit dem Voucher 2por1 aus der TimeOut konnten wir zu zweit essen, mussten aber nur ein Gericht bezahlen. Wir bestellten Almônegas und Spaghetti Carbonara und als Nachtisch Tiramisu. Das Essen war mittelmässig, es gibt bessere italienische Restaurants in Lissabon.

Die viel gelobten Almôndegas, ich fand sie nicht besonders.

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Freitag abend gab es ein Wiedersehen, The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring von Peter Jackson wurde im Gulbenkian mit Orchester und mehreren Chören aufgeführt, das war ein tolles Erlebnis!

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Zu Drei König kaufte ich einen grossen Bolo Rei in der Pastelaria Versailles. Ich hab schon ein bisschen gestaunt, als ich den Preis hörte. 38 Euro, dagegen ist der Dresdener Stollen wirklich preiswert. Geschmeckt hat der Bolo Rei aber sehr gut.



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In die neue CD Blackstar von David Bowie reingehört. Drei Tage später werde ich mit der traurigen Nachricht von seinem Tod geweckt.

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Samstag hatten wir Freunde zum Essen eingeladen. JF kochte Bacalhau. Den Gästen hat es wohl gut gefallen, sie blieben bis gegen 3 Uhr morgens. Zum Glück hatte ich gut und lange geschlafen, sonst wäre ich wohl am Tisch eingeschlafen (oder hätte die Gäste rausschmeissen müssen).

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Sonntag war ich dran mit Kochen. Ich fand dieses Rezept, wandelte es aber etwas ab. Statt Artischoken nahm ich frische Pilze und kochte das Gericht auf dem Herd und nicht im Ofen. Dazu gab es Salzkartoffeln. Das Gericht wird bestimmt wieder gekocht, Johannes hat es so gut geschmeckt, dass er sich drei Mal den Teller füllte.

Dienstag, 5. Januar 2016

Coincidência - Zufall?

Der letzte Film des 'alten' Jahres war von Laurie Anderson.
Der erste Film, den ich in 2016 gesehen habe, ist ebenfalls von ihr.
Heart of the Dog lief schon während des LEFFEST im November, aber da konnte ich ihn nicht sehen.
Nun läuft er in den Kinos Nimas und Ideal.
Ein schöner Film, ich höre sehr gerne den Erzählungen Laurie Andersons zu.
Bei Rotten Tomatoes steht: "Artist Laurie Anderson reflects on the deaths of her husband, mother, beloved dog and subjects such as family memories, surveillance, and Buddhist teachings."